Die perfekte Windelfrei Abhaltedauer: Wie lange soll ich mein Baby abhalten?

Die perfekte Abhaltedauer und warum es sie gar nicht geben kann

Wenn du Windelfrei praktizierst, solltest du eines unbedingt kennen: Die perfekte Abhaltedauer. Und die beträgt ganz genau 4,5 Minuten!

Stopp! Okay, das ist natürlich absoluter Quatsch. Nicht umsonst hört und liest man überall (und auch hier), dass Windelfrei individuell ist. Und das ist gut so.

Keine perfekte Abhaltedauer, aber perfekte Rahmenbedingungen:

  • Eine bequeme Abhalteposition (für das Baby UND für dich)

  • Keinen direkten Kontakt zum kalten Plastikrand (Stichwort Töpfchenbezug)

  • Warme Umgebung, keine Zugluft

  • Ruhige, entspannte Atmosphäre (keine störenden Hintergrundgeräusche, kein Zeitdruck)

  • Ab einem gewissen Alter Beschäftigungsangebote während dem Abhalten

Es gibt 2 Arten von abgehaltenen Babys

Grundsätzlich kann man zwischen zwei verschiedenen Typen von „Abhaltebabys“ unterscheiden: Dem Chiller und dem übermotivierten Baby. Ersteres braucht gerne mal länger und ist dennoch sehr entspannt – manchmal schon zu entspannt. Während das übermotivierte Baby alles ganz schnell haben möchte, denn: Es hat die Welt zu entdecken und das bitte im Überflugmodus. Und diese Babys lassen sich zeitweise nur sehr ungern abhalten bzw. benötigen ein größeres Angebot an Beschäftigung während dem Abhalten. Und manchmal braucht auch das schnellste Baby einfach seine Zeit, um loslassen und entspannen zu können. Wenn wir einmal ehrlich sind: Auch wir Erwachsenen brauchen manchmal eben länger.

Wichtig: Halte niemals gegen seinen Willen ab!

Du solltest dein Baby wirklich nie nie niemals gegen seinen Willen abhalten! Es körperlich zum Abhalten zu nötigen und vielleicht sogar seine Gegenwehr dabei zu ignorieren (z.B. wenn es sich vehement durchdrückt, sich von dir wegdrückt oder sogar weint), kann weitreichende Folgen haben. Aus einer entspannten Atmosphäre können so ganz schnell negative Empfindungen und Erinnerungen werden. Das Abhalten wird mit den alten negativen Erfahrungen assoziiert und der Abhalte“streik“ ist vorprogrammiert.

Gut zu wissen: Manche Babys, vor allem Neugeborene, müssen manchmal weinen, um loslassen zu können. Denn das Weinen entspannt sie und erleichtert ihnen damit das Ausscheiden. Hier musst du bitte immer genau hinsehen und unterscheiden.

Bitte achte während dem Abhalten, vor allem, wenn es mal länger dauert, darauf, dass nichts abgedrückt wird. Solltest du sehen, dass sich die Babyhaut an der Stelle, an der du es hältst, bläulich verfärbt (das kann bei kleinen Babys wirklich schnell passieren), dann greife einfach ein wenig weiter höher oder niedriger.

Kommunikation: Dein Baby zeigt dir, wenn es fertig ist

Das Allerwichtigste bei all dem aber ist: Beobachte dein Baby. Sprich es auch direkt an und frage es, ob es noch muss. Bitte achte hier auf einfache Fragestellungen, also eben nicht „Musst du noch oder bist du schon fertig?“ – denn darauf kann es beim besten Willen nicht antworten. Achte immer auf seine Reaktion. Dreht es sich weg, weicht es deinem Blick aus, drückt sich durch oder windet sich, fängt es zu schimpfen an – all das können klare Signale sein, dass es fertig ist.

Mit der Zeit und ein wenig Übung wird eure (Ausscheidungs-) Kommunikation immer deutlicher und besser. Gib deinem Baby die Möglichkeit, dir zu zeigen, wie kompetent es ist!

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