In dieser neuen Reihe werfen wir einen Blick auf das Thema Windelfrei international: In welchen Ländern werden Babys abgehalten, wie werden die meisten von ihnen trocken und welche Traditionen und Praktiken gibt es im jeweiligen Land? In der ersten Folge von „Windelfrei weltweit“ reisen wir nach Ägypten.

Mit ihrem Mann hat Alena in Ägypten gelebt und erzählt hier von ihren Erfahrungen, Bild: (c) Alena
Alena hat sich bei mir gemeldet und mit mir über ihre persönlichen Erfahrungen, die sie in Ägypten gemacht hat, gesprochen. Sie ist mit einem Halbägypter verheiratet, der in Deutschland aufgewachsen ist, aber immer schon den Wunsch hatte, eine Zeit lang in Ägypten zu leben. Alena erzählt: „Ägypten hat so einen ganz eigenen Reiz. Viele, die einmal da waren, wollen immer wieder hin. Die Ägypter sagen, das sei der Fluch des Nils. Der mache die Leute süchtig.“
Das erste Mal war Alena 2015 in Ägypten, damals noch ohne Kinder. Und obwohl es viel gab, dass sie gestört hat, zieht es sie auch heute noch immer wieder dorthin zurück. Sie beschreibt das Land als schmutzig und laut. Die Armut sei brutal. „Aber die Menschen sind am Leben und wahnsinnig kinder- und gastfreundlich. Wenn man dort ist, geht einem das Herz auf“, schreibt sie. 2022 haben Alena und ihr Mann die Gelegenheit wahrgenommen und sind nach Kairo gezogen, genauer nach Sheikh zayed, etwas außerhalb der Stadt.

Ägypten: Zwischen Tradition und Wandel, Bild: (c) Alena
„Man muss total zwischen dörflicher Bevölkerung und der High Society in Kairo unterscheiden“, erzählt Alena. In Kairo werden die meisten Kinder mit Wegwerfwindeln gewickelt und bekommen das klassische Töpfchenttraining, um trocken zu werden. Einfach, weil die Familien es sich leisten können, Wegwerfwindeln zu kaufen. Ebenso gibt es für die Kinder meistens auch die Flasche, weil das Stillen dort immer noch mit Armut assoziiert wird. Der Großteil der ägyptischen Frauen möchte nach der Geburt schnell wieder attraktiv sein, daher gebe es auch viele Kaiserschnitte mit anschließendem „Mommy Makeover“.
Auf dem Land sehe es hingegen ganz anders aus. Dort werden die meisten Kinder mit Stoff gewickelt und sobald sie laufen können, werden sie an das Töpfchen gewöhnt. Alena erzählt: „Ältere Kinder, also mit drei Jahren und älter, sind ohnehin viel draußen und verrichten dann da ihr Geschäft – so wie alle anderen auch.“

Windelfrei weltweit: So werden Babys in Ägypten trocken, Bild: (c) Alena
Über das Leben und Großwerden in Ägypten fasst Alena abschließend zusammen: „Man kann sagen, je ursprünglicher die Menschen leben, desto näher sind sie allgemein an der Natur. Je westlicher es wird, desto mehr ‚falsche‘ Dinge werden übernommen…“
Dieser Text ist aus einer subjektiven Perspektive geschrieben und zeigt sicherlich nur einen Querschnitt der ägyptischen Bevölkerung und ihrer Lebensweise auf. Wenn du selbst andere Erfahrungen rund um das Thema Windelfrei und Trockenwerden in Ägypten gesammelt hast, dann schreibe sie mir gerne.
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