Windelfrei weltweit: So werden Babys in Togo, Burundi und Kongo trocken

In dieser Reihe werfen wir einen Blick auf das Thema Windelfrei international: In welchen Ländern werden Babys abgehalten, wie werden die meisten von ihnen trocken und welche Traditionen und Praktiken gibt es im jeweiligen Land? Nach Folge 1: Ägypten folgt nun eine gebündelte Übersicht der Länder Togo, Burundi und Kongo.

Wer schreibt hier?

Elda Mupepe-Liebis Mann ist Kongolese. Kennen gelernt hat sie ihn in Niger. Geheiratet haben beide dann in der Schweiz, in der sie auch knapp zwei Jahre gewohnt haben. Heute lebt die Familie in Togo. Elda und ihr Mann leiten die Organisation „GRADI Schweiz“, wofür sie ein Stück Land in Togo gekauft und eine neue Schule darauf gebaut haben. Die vorherige hätte geschlossen werden müssen, weil sie extrem baufällig war. Ihr eigentliches Herzens- und Lebensprojekt hat aber gerade erst gestartet: Der Bau eines Spitals. Die Vision von Elda und ihrem Mann ist es, ein kleines Missionskrankenhaus am Rande der Hauptstadt Kinshasa in der DR Kongo aufzubauen. Dort sollen vor allem Kinder unter fünf Jahren und schwangere Frauen eine kostenlose Behandlung erhalten können. Eldas Mann ist Chirurg und bildet derzeit in Togo Assistenzärzte aus. Bis das Spital steht, bleibt die Familie noch in Togo. Elda erzählt hier von ihren persönlichen Erfahrungen: Wie werden Kinder in Togo, Burundi und Kongo trocken?

Togo: Windelgürtel statt Windeln

Ein UNESCO Weltkulturerbe: Die traditionellen Häuser in Koutammakou, Togo, Bild: (c) Elda Mupepe-Liebi

Ein UNESCO Weltkulturerbe: Die traditionellen Häuser in Koutammakou, Togo, Bild: (c) Elda Mupepe-Liebi

„Hier in Togo ist es üblich, dass die Kinder ohne Windeln aufwachsen. Sie tragen jedoch eine Kette um den Bauch, in das ein Baumwolltuch eingeklemmt werden kann und dann kommt darüber eine Unterhose. So haben sie ein Backup. Meine Haushälterin sagt, ihr Kind mag das Töpfchen nicht, sie macht in die Windel oder in das Backup. Als ich sie gefragt habe, wie es hier so gemacht wird mit den Babys und dem Trockenwerden, war ihre Aussage sehr nichtssagend. ‚Einfach so‘, meinte sie.

So sieht ein Windelgürtel in Togo aus, Bild: (c) Elda Mupepe-Liebi

Eine andere Freundin in Togo hat es bei ihren Kindern ziemlich ähnlich gemacht wie ich: Nachts bei Unruhe abhalten, bei Standardsituationen und wenn man sonst das Gefühl hat, dass das Baby mal muss.

Burundi: Große Unterschiede zwischen Stadt und Land

Meine Nachbarin hat gerade wieder begonnen, Vollzeit zu arbeiten und jetzt kümmert sich die Schwägerin um das Baby. Sie kam heute zu mir, ohne Windel. Das war gleich eine gute Möglichkeit zu fragen, wie es läuft und wie sie es macht. Sie achtet nicht auf Zeichen, sondern macht es nach den Standardsituationen und nach einem zeitlichen Rhythmus. Also immer nach dem Schlafen. Und dann noch einmal so nach 30 bis 60 Minuten, da setzt sie die Kleine wieder aufs Töpfchen. Als ich ihr gesagt habe, dass bei uns die Meinung verbreitet wäre, dass die Kinder erst mit zwei oder drei Jahren überhaupt in der Lage seien, das Töpfchen zu benutzen, hat sie mich entgeistert angeschaut. Dieser Blick! Mir wurde aber auch gesagt, dass in Burundi das Stadt-Land-Gefälle sehr groß sei, in Bezug auf die Säuglingspflege. Meine Freundin kommt aus einer Stadt.

Trockenwerden im Kongo: Start mit drei Monaten

Im Kongo werden die Babys ab etwa drei Monaten oder ab dem Sitzalter immer morgens nach dem Aufstehen aufs Töpfchen gesetzt. Als mein Mann seiner Mutter erzählt hat, dass unser Baby schon mit einer Woche ins Töpfchen macht, war sie sehr erstaunt. Auch als wir vor ein paar Wochen mit Kongolesen und einem Kameruner am Meer waren, waren sie sehr beeindruckt, dass ich mit meiner Tochter zwischendurch Abhalten gegangen bin und es dort so wunderbar geklappt hat. Ich hatte es einfach nach meinem Gefühl und nach dem Stillen gemacht, das hat sie sehr beeindruckt. Also vor allem das ’nach Gefühl‘, also das intuitive Abhalten, ist dort nicht so üblich.“

Elda lebt mit ihrer Familie in Togo, Bild: (c) Elda Mupepe-Liebi

Dieser Text ist aus einer subjektiven Perspektive geschrieben und zeigt sicherlich nur einen Querschnitt der Bevölkerung in Togo und ihrer Lebensweise auf. Wenn du selbst andere Erfahrungen rund um das Thema Windelfrei und Trockenwerden in Togo, Burundi oder im Kongo gesammelt hast, dann schreibe mir gerne und ich füge sie hinzu.

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